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Dauerstress begünstigt demenzielle Entwicklung

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Wir alle kennen das Phänomen: unter starkem Stress können wir nicht mehr klar denken, uns nicht mehr konzentrieren, uns nichts mehr merken, und selbst einfachste Aufgaben nicht mehr lösen. Ein starrer Tunnelblick reduziert unseren Intelligenzquotienten sofort bedrohlich und macht zugleich eine korrekte Wahrnehmung der Außenwelt unmöglich. Wir sind nicht mehr wirklich ansprechbar. Anders gesagt: starker Stress macht aus uns allen, wenn auch nur vorübergehend, demente Menschen.

Zu dieser schwerwiegenden "Verdemenzierung" trägt das Stresshormon Cortisol einen wesentlichen Teil bei. Das wurde und wird in der Fachliteratur ausführlich beschreiben. Jetzt haben die beiden Schweizer Wissenschaftler Sami Ouanes und Julius Popp in einer umfangreichen Literaturübersicht eindrucksvoll herausgearbeitet, wie extrem schädlich sich dass durch den Stress ausgeschüttete Cortisol auf die Hirnfunktionen und auf das Alzheimer-Risiko auswirkt. Was hier zutage kam, muss Alltagsbegleiter wie Alzheimer-Kandidaten gleichermaßen brennend interessieren. Daher hier die Ergebnisse im leicht fasslichen Überblick: Erhöhte Cortisolwerte...

  • setzen strukturelle Schäden im Gehirn und begünstigen neurodegenerative Erkrankungen wie beispielsweise M. Alzheimer,
  • schädigen direkt den für die Gedächtnisfunktion unverzichtbaren Hippocampus,
  • bedingen durch die Veränderung der Hirnrezeptoren gravierende Verminderungen von Gedächtnisfunktionen, mentalen Kontrollfunktionen, sprachlichen Fähigkeiten, räumlichem Vorstellungsvermögen, neuronaler Reizverarbeitungsgeschwindigkeit und sozialer Kompetenz,
  • fördern oxidativen Stress sowie die Entstehung der Beta-Amyloide im Gehirn und
  • begünstigen entzündliche Reaktionen, die ebenfalls als Ursachen von Alzheimer diskutiert werden.
  • Setzt man durch die Injektion von Glukokortikoiden Versuchsteilnehmer unter experimentell induzierten Stress, dann fallen die o.g. Leistungseinbrüche in Alzheimer-Risikogruppen (demenzielles Syndrom) besonders schwerwiegend aus. Versuchsteilnehmer mit bereits diagnostiziertem M. Alzheimer reagieren am ungünstigsten auf die Anwesenheit von Cortisol.
  • Grundsätzlich scheinen Menschen mit verminderter Denkleistung oder mit festgestelltem M. Alzheimer höhere Cortisolwerte zu haben, als Vergleichspersonen mit normaler Denkleistung.

Fazit: Starker Stress mit langer Dauer kann via Cortisol die Entstehung demenzieller Veränderungen einleiten, sowie das Befinden bereits an Demenz erkrankter Menschen nachhaltig verschlechtern. Es muss daher oberstes Gebot sein, Stress so effizient wie möglich zu vermeiden und zu bekämpfen. Und zwar bevor er sein zerstörerisches Werk im Gehirn unwiderruflich vollbringen oder gar vollenden kann.


Quellennachweise / Referenzen:
Blogbeitrag verfasst von: N.K.
Sami Ouanes & Julius Popp (2019): High Cortisol and the Risk of Dementia and Alzheimer’s Disease: A Review of the Literature. Frontiers in Aging Neurosciences, 2019; 11: 43. PMCID: PMC6405479 PMID: 30881301 Published online 2019 Mar 1. doi: 10.3389/fnagi.2019.00043
Link zum Artikel: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6405479/
Beitragsbild / Symbolfoto:
George Pagan III



Tags: #Demenz #Alzheimer #Morbus Alzheimer #Stress #Stress Demenz Alzheimer #Was tun gegen Demenz

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