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Demenz durch ausgebremste Gehirnregeneration?

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Früher glaubte man, dass einmal abgestorbene Gehirnzellen nie wieder ersetzt würden, und dass demzufolge Gehirnmasse und Gehirnkapazität mit zunehmendem Alter ständig schrumpfen würden. Dieser Glaube hat sich inzwischen, zum Glück für uns alle, als komplett falsch erwiesen. Tatsächlich bilden sich im Gehirn stetig neue Nervenzellen, und diese so genannte Neurogenese funktioniert selbst bei 90jährigen noch einwandfrei. Damit jedoch die Neurogenese den täglichen Verlust verstorbener Hirnzellen entspannt kompensieren kann, darf die Sterberate die Geburtenrate im Gehirn nicht übersteigen. Normalerweise ist dieses funktionsschützende Verhältnis auch gegeben. Doch unter der Alzheimer'schen Erkrankung sieht das ganz anders aus.

Die spanische Wissenschaftlerin Elena Moreno-Jiménez von der Universität Madrid nahm in einer Studie zusammen mit ihrem Forscherteam den Hippocampus, also die Entstehungsstätte von Gedächtnisinhalten, buchstäblich genauer unter die Lupe. Dafür standen von 13 hirngesunden und von 45 an Alzheimer erkrankten Erwachsenen Hirngewebeproben zur Verfügung. Dabei wurde festgestellt, dass bei den Hirngesunden die "Kinderstube" heranwachsender Neuronen zum Bersten gefüllt war. Sogar bei den Hochbetagten (um die 90 Jahre) war der neuronale Nachwuchs sehr aktiv. Zwar nicht mehr ganz so aktiv wie bei den jüngeren Erwachsenen, aber doch immer noch ausreichend rege und agil.

Bei den Alzheimer-Patienten sah die Lage jedoch völlig anders aus. In deren Hirngewebeproben fanden die Forscher kaum noch heranwachsende neue Hirnzellen. Die Menge und die verschiedenen Reifegrade der nachwachsenden Hirnzellen waren stark verringert, die Kinderstube praktisch fast leer. Dieser Effekt war umso deutlicher, je stärker Morbus Alzheimer bereits fortgeschritten war.

Diese Befunde lassen sich wie folgt interpretieren: die ganz normale und mit guten Sicherheitsreserven funktionierende Neurogenese schützt den gesunden Menschen bis ins hohe und höchste Alter vor Hirnfunktionsverlusten. Doch diese Funktionalität wird durch Morbus Alzheimer stark ausgebremst, kommt vielleicht sogar gänzlich zum Erliegen. Dann sind Lernen und Gedächtnisbildung kaum noch bis gar nicht mehr möglich. Die Demenz würde dann dadurch verursacht, dass das erkrankte erwachsene Gehirn sich nicht mehr ausreichend regenerieren (also nicht mehr nachwachsen) kann und dadurch seine Leistungsfähigkeit fortschreitend einbüßt. Jedenfalls ließen sich durch diese Forschungsergebnisse viele der für M. Alzheimer charakteristischen kognitiven Schwächen gut erklären. Das ist ein weiteres und sehr interessantes Puzzleteil in der Suche nach möglichen Ursachen demenzieller Erkrankungen. Und gesunde Erwachsene können sich inzwischen an der beruhigenden Tatsache erfreuen, dass ihr Gehirn sich noch bis ins hohe Alter täglich erneuert.


Quellenangaben/Referenzen:
Blogbeitrag verfasst von: N.K.
Quellennachweis / Referenz:
Moreno-Jiménez, E.P., et al. (2019): Adult hippocampal neurogenesis is abundant in neurologically healthy subjects and drops sharply in patients with Alzheimer's disease. Nat Med. 2019 Apr;25(4):554-560. doi: 10.1038/s41591-019-0375-9. Epub 2019 Mar 25.
Link zum Artikel:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30911133
Beitragsbild / Symbolfoto:
Robina Weermeijer

Tags: #Demenz #Gehirnforschung #Morbus Alzheimer #Alzheimer

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