Loading...

Aktuelles/Blog

DEMENZkonzepte - Der Blog.
Mitlesen, mitreden, mitlachen!
Wissenschaft. Termine. Infos ...

Per Demenz zum Dreiecksverhältnis

zurück zu Aktuelles / Blog

Frau S. lebt schon lange Jahre in einem Pflegeheim. Nach einem schweren Haushaltsunfall mit erheblichen Verletzungen an Kopf und Rücken sitzt sie im Rollstuhl und weist Symptome einer mittelschweren Demenz auf. Ihr Ehemann besucht sie jeden Tag und verbringt viel Zeit mit ihr. Doch daran kann Frau S. sich schon kurz nach dem Besuch nicht mehr erinnern. Stattdessen hält sie einen ebenfalls demenziell stark veränderten Mitbewohner, Herrn P., für ihren rechtmäßig angetrauten Ehemann. Und das sorgt regelmäßig bei allen Anwesenden für enorme Heiterkeit. Denn Frau S. liebt es, Herrn P. im Gemeinschaftsraum genau jene ehetypischen Szenen zu machen, aus denen der selige Loriot seinerzeit unvergessliche Sketche gezaubert hat:

"He Du, ja, Dich meine ich, Du alter Büffel. Guck mich gefälligst an, wenn ich mit Dir rede. Was hast Du Dir denn da für ein hässliches Hemd angezogen? Das habe ich Dir jedenfalls nicht rausgelegt. Und gekämmt hast Du Dich auch nicht ordentlich. Herrgott, wie Du wieder aussiehst! Ich muss mich ja schämen für Dich. Sag doch auch mal was. Warum sprichst Du nicht mit mir? Ich bin Dir wohl völlig egal, was? Und mit sowas bin ich verheiratet..."

In Herrn P. scheint diese fast schon komödiantische Form ehelicher Kritik ein Buch aus der Bibliothek seines Lebens aufzuschlagen. Denn obwohl er ganz sicher nicht der Ehemann von Frau S. ist, steigt er immer sehr schnell auf die Vorhaltungen ein:

"Lass mich doch in Ruhe! Immer hast Du was an mir auszusetzen. Immer nur meckern, immer nur mosern. Sonst kannst Du nichts anderes. Mir gefällt das Hemd! Wer hat Dir denn das Gartenhäuschen gebaut? Dazu bin ich gut genug. Aber Du kochst mir noch nicht mal was Anständiges. Immer nur dieser Fraß. Warum ich Dich mal geheiratet habe, weiß ich wirklich nicht."

Wenn man Frau S. und Herrn P. gewähren lässt, käbbeln sie sich den lieben langen Tag mit wachsender Begeisterung. Doch dabei spürt das belustigte Publikum sehr deutlich die gegenseitige Zuneigung heraus, die wohl die Basis dieser ständigen Frotzeleien ist. Denn jeder Versuch, Frau S. und Herrn P. räumlich zu trennen, wird beiderseits mit lautstarken Protesten quittiert. Die beiden verhalten sich wirklich wie alte Eheleute, die nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander leben können.

Der wirkliche Ehemann von Frau S. hat vor diesem "Verhältnis" schon lange augenzwinkernd kapituliert. Wenn er zu Besuch kommt, dann wird Herr P. einfach mit in die Cafeteria oder in den Garten genommen. Zu dritt plaudert es sich dann immer sehr angeregt und fröhlich. Jedenfalls sind in diesem der Demenz geschuldeten Dreiecksverhältnis keine Spannungen zu erkennen. Und wenn Herr S. sich von seiner Frau verabschiedet, sagt Frau S. sehr oft zu Herrn P.: "Was für ein stattlicher und höflicher Herr das da eben war. An dem könntest Du alter Muffel Dir mal ein Beispiel nehmen. So einen hätte ich damals heiraten sollen!"


Quellenangaben / Referenzen:
Blogbeitrag verfasst von: N.K.
Bildnachweis / Symbolfoto:
Marisa Howenstine



Tags: #Demenz #Alzheimer

Kommentar hinzufügen

Ich freue mich über Ihren Kommentar, Ihre Erfahrungen / Meinungen / Anregungen und einen kritischen Austausch in einem offenen und freundlichen Gesprächsklima! Bitte diskutieren Sie respektvoll, fair und sachlich.

zurück zu Aktuelles / Blog

Leistungen

Qualifizierungen, Vorträge & Seminareratung

Qualifizierungen, Vorträge & Seminare

Demenz erscheint als eine unheimliche Erkrankung: Sowohl der motivierteste Profi als auch jeder Laie steht ihr oft hilflos gegenüber. Darum hat der Mensch mit Demenz und sein Gegenüber oft untereinander zu leiden. Als schulender Experte mache ich in Vorträgen und Seminaren mit den verwirrenden Besonderheiten der Demenz vertraut. Mein Schulungsziel: Den Menschen mit Demenz verstehen, mit ihm kommunizieren und ihn sinnvoll aktivieren. Als berufliche Qualifizierung nach §§ 43b, 45a oder 53c SGB XI (Betreuungskräfte stationär / Alltagsbegleiter ambulant, analog § 8 AnFöVO zugelassenes Qualifizierungskonzept) oder Fortbildung. Das so vermittelte Wissen ist essenziell. Denn nur, wer Demenz wirklich ursächlich begreift und damit das Verhalten der Menschen mit Demenz tatsächlich versteht, entlastet sich selbst und wahrt die Würde aller Beteiligten.

Kollegiale Beratung

Kollegiale Beratung

Alle Vertreter pflegender Berufe als auch Mitarbeitende in Arztpraxis oder Krankenhaus brauchen eine neutrale Anlaufstelle, die einen entlastenden und ideenreichen Austausch unter Kollegen bietet. Dies kann im Rahmen von regelmäßigen Teamsitzungen oder von anlassbezogenen Einzel- und Gruppengesprächen erfolgen. Auch ein berufsbegleitendes Coaching oder die vorgeschriebene Jahres-Pflicht-Fortbildung für professionelle Alltagsbegleiter und Betreuungskräfte nach §§ 43b / 45a (analog § 8 AnFöVO) / 53c SGB XI erhalten die notwendige Berufsfähigkeit. Hier stehe ich als erfahrener, kollegialer Berater und Begleiter zur Verfügung.

Wohnkonstruktion & Realisierung

Wohnkonstruktion & Realisierung

Sie wollen initiativ eine ambulante, teilstationäre oder stationäre Einrichtung für Menschen mit Demenz ins Leben rufen oder modernisieren? Dazu gibt es viele Aspekte (z.B. Architektur, Einrichtung, Infrastruktur, Brandschutzvorschriften, Finanzierungsmöglichkeiten, Personalfragen, Sozialrechtliches) zu beachten sowie eine passende Betreuungsphilosophie zu vertreten. Mit meinen Kenntnissen als Initiator, Kenner und Betreuer diverser Wohnformen kann ich Sie dabei konkret und praxisorientiert unterstützen.

neue Wohnformen

Neue Wohnformen

Die vierte Heimbaugeneration (stationäre Wohngruppen als Familiensimulation), die fünfte Heimbaugeneration (Wohnen im Quartier in kleinen Häusern mit engem Stadtteilbezug), das Konzept der Pflege-/Demenz-Oasen und auch das Demenz-Dorf eröffnen moderne Wege in eine wertschätzende Pflegesituation mit Nestwärme und Geborgenheitsgefühl. Hierzu biete ich angehenden Wohngruppengründern, bestehenden ambulanten als auch stationären Einrichtungen bei anstehenden Modernisierungen, wie auch interessierten Angehörigen auf der Suche nach der optimalen Wohnmöglichkeit detaillierte und wichtige Informationen.

Betreuung & Service

Betreuung & Service

Egal, ob Sie als Betreiber einer Einrichtung professionellen Informationsbedarf haben, oder als pflegender Angehöriger nach der optimalen Versorgungsmöglichkeit für einen Menschen mit Demenz suchen: Ich bin in allen Belangen rund um das Thema:DEMENZ Ihr kompetenter Ansprechpartner. Mit meinem umfangreichen Netzwerk und meinen zahlreichen Kontakten kann ich Sie bei allen auftretenden Problemen unterstützen. Wo auch immer der Schuh der Demenz Sie drückt: Bitte sprechen Sie mich an.


Die Vorteile von DEMENZkonzepte

Kreativität

Vater von „Eine Reise in die Bibliothek des Lebens“© und des "Schmetterlings-Prinzips"©. Dem Leben Leben geben. Notfalls auch mit Zucker auf dem Schnitzel.

Erfahrung

Krankenpfleger, Pflegesachverständiger (TÜV), Dozent und Gründer einer der ersten deutschen Demenz-WGs. National und international gefragter Demenz-Experte.

Vertrauen

Vertrauen braucht Sicherheit. Die biete ich Ihnen als ein Mensch, der sein Leben der wertschätzenden Begleitung von Menschen mit Demenz verschrieben hat.

Mitdenken

Als erfahrener Organisator und Projektleiter denke ich an Dinge, die sonst schon mal aus dem Blick gleiten können. So geht Ihnen kein Aspekt verloren.

Fexibilität

Jede Demenz-Situation ist so einmalig wie der Mensch mit Demenz selbst. Daher gehört Flexibilität in allen meinen Leistungsbereichen zu meinen Kernkompetenzen.

Freundlichkeit

Jedes Lächeln verbindet, jede Höflichkeit entspannt. So entstehen Respekt und Achtsamkeit. Für mich und meine persönliche Werthaltung unverzichtbar.


Unsere Kund/innen & Kooperationsparter/innen:

Herzlich willkommen auf DEMENZkonzepte.de
Durch die weitere Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Datenschutzerklärung in allen Bereichen ausdrücklich zu. Dabei legen wir folgende Cookies auf Ihren Endgerät ab: