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DEMENZkonzepte - Der Blog.
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Der vierte Tag 06.04.2011

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Wie ich so  bin, gab ich Anweisungen sich doch bitte vor die geschmückte Mitte des  Raumes aufzustellen. Trotz der sicherlich einwandfreien Übersetzung von  Nadeschka, verschämte Blicke mit einem Hauch Wimpernschlag in Richtung  Saaldecke. Keinerlei Anzeichen meinem Wunsch zu folgen. Ich begann an  meiner nötigen Autorität zu zweifeln...

Dann geschah  Folgendes - es ist nicht übertrieben, ich habe es mit eigenen Augen  gesehen: Plötzlich war auch meine Übersetzerin nicht mehr neben mir.  Zeitgleich hektische Geschäftigkeit in der Gruppe. Alles griff eilig zu  den Handtäschen und drehte sich in kleinen Grüppchen zur Wand oder eilte  in eine Raumecke. Ein leises Klimpern und drei Handwerkszeuge waren  bereit ihren Dienst zu tun: Lippenstift, Wimperntusche und Haarbürste.  Herrlich!

Dann ging auf einmal alles Blitzschnell.  Gewohnt, Gesagtes umzusetzen, stand alles auf dem zuvor angedeuteten  Platz - nicht bevor mindestens 20 weitere Kameras der Fotografierenden  übergeben wurden. Es dauerte dann auch 15 geschlagene Minuten, bis das  Foto vom "deutschen Osterhahn in russischem Osterkorb" in allen Kästen  war. Nastrowje!

Der Seminartag war auch ein voller Erfolg.  Von Altenpflege keine Ahnung, setzten fast ausnahmslos alle  Teilnehmerinnen den Tags zuvor erlernten theoretischen  Pflegeplanungsprozeß in einer schriftlichen Übung nahezu fehlerlos um!  Ich konnte es nicht glauben und fragte die begleitende Ärztin von der  evangelischen Initiative Pskov, ob im medizinischen Teil des Kurses im  Januar das Thema bereits besprochen war. Dies wurde verneint. Ja, haben  die denn in der Nacht noch gelernt?

Wir haben heute abend  bei der Reflexion auch darüber gesprochen und haben mehrere mögliche  Antworten auf das schnelle Verinnerlichen und Umsetzen des doch sehr  umfangreichen Stoffes gefunden. Beispielhaft sei gesagt: die  Teilnehmerinnen wollen! Sie saugen neugierig auf, was sie in ihren  Häusern auch zu ihrer Arbeitserleichterung umsetzen können. Zum Anderen  besteht die Möglichkeit einen Grund in der Mentalität zu suchen: das  Privileg vom "Landes" - Minister persönlich in den Kurs geschickt worden  zu sein und - sehr vereinfacht gesagt - man tut schliesslich genau  dass, was man von Kompetenzen und Autoritäten gesagt bekommt.

In  unseren Ohren mag es komisch klingen. Aber ich erlebe keine Kritik -  ernsthaftes und interessiertes Nachfragen ja, aber öffentlich zunächst  kein negatives Wort. Wie in Deutschland bei Seminaren üblich, habe ich  eine "Evaluationsrunde" durchgeführt. Alle Teilnehmerinnen bekommen die  Möglichkeit zu sagen was gefallen hat und was nicht. Ausserdem, was  sie  sich für den Kurs noch wünschen. Am zweiten Tag habe ich diese  Abendrunde trotz philosophischer Erklärungen wieder eingestellt.

Die  Zeit verwende ich, immer wieder Mut zu machen, mit sachlichen  Argumenten zum Chef der Altenheime zu gehen und  Hilfsmittel wie  Pflegebetten und Rollstühle anzumahnen. Das ist man nicht gewohnt:  Forderungen zu stellen. Wenn der Chef dann auch einmal nein gesagt hat.  Nun, der Minister hat in der Begrüssung des Kurses Anfang Januar aber  genau dieses gesagt. Es wird dauern, bis Stein für Stein ein Umdenken  einsetzt. Es wird werden.

So ein konzentriertes und  interessiertes Zuhören wünsche ich mir in manch einer Pflegeschule in  Deutschland. Hier in Pskov macht die Weitergabe von über 30 Jahren  Erfahrung jedenfalls uneingeschränkt richtig Spaß! Wie man auf dem Foto  sieht: den Teilnehmerinnen auch....

Heute Abend bin ich  von der Germanistikprofessorin der Uni Pskov gebeten worden noch in  einem Deutschseminar zu Gast zu sein. Das war lustig und interessant  zugleich. Ich musste, auf Befehl von Frau Professorin (mit einem herrlich versteckten Humor ausgestattet, welcher mir sehr entgegenkam)  auf ihrem Platz vor den 20 - 30 jährigen Studentinnen und Studenten  Platz nehmen. Aufgabe: ich sollte mit Fragen bombadiert werden. Auf  Deutsch natürlich.

Eine Musikstudentin wollte wissen, ob  ich Instrumente spiele und singe, sie könne es. Fazit: wir haben uns   verabredet bei meinem Maibesuch im Seminar russische und deutesche  Volkslieder vorzutragen. Ein angehender Elektroingenieur wolle in  absehbarer Zeit nach Berlin ziehen, was denn eine Wohnung koste, wenn er  sie kaufen würde? Er nahm dann nach meinen vermuteten Preisnennungen,  welche sicherlich schon auf Plattenbaueigentumswohnungen im Berliner  Osten abzielten, schnell von dem Vorhaben Abstand. Weiter ging es dann  von der Energiesparlampe bis hin zur Grünen Politik bei uns in  Deutschland. Eine Sozialwissenschaftstudentin erzählte von ihrem Besuch  im vergangenen August in Deutschland. Hier vor Allem der Besuch im  Kölner Schokoladenmuseum. Im Speziellen: der Schokoladenbrunnen  natürlich. Über 30 Mal habe sie den Löffelbisquit in die warme und süße  Schokolade tauchen lassen.

Das Gespräch gestaltet sich  aber auch schwierig. Immer wieder gab die quirlige Frau Professor sehr  umfangreiche Antworten für ihre Studentinnen. Schliesslich wollte ich  aber doch auch einmal etwas fragen.

Und eigentlich sollten ja die StudentInnen sprechen!

Und  vor Allem: ich sprach eine Einladung aus - wenn einer der StudentInnen  im Ruhpott zu Besuch sei, lade ich herzlich zu einer Rundtour durch die  ehemalige Zechenlandschaft ein und...

Ich kam wieder nicht  weiter! Wieder eine schrille Äußerung der Unterbrechungsprofessorin:   "Dies sei ja gar nicht möglich, wieder einmal typisch Deutsch - was ich  denn da einfach so behaupten würde, ohne Adresse und so weiter wäre das  ja ganz locker mal zu sagen und überhaupt..." Ein Wort gab das Andere  bis es mir dann zu bunt wurde.

Die Situationskomik nutzend  und sie nachspielend fiel  ich der am Ende des Raumes sitzenden  Fachkraft nach russischer Art ganz autoritär ins Wort: "So sind wir  eben, wir Deutschen: alles nur leere Versprechungen - da muss man sich  als Wodkatrinkender Russe eben mit abfinden! Im Übrigen sei jetzt aber  mal  Stille auf den hinteren Rängen, man bekommt hier vorne ja kein Wort  mit!"  "Das", so erwiderte die so zurechtgewiesene  mit gespielt  verletztem Stolz, "sei sie ja nun gar nicht gewohnt." "Ich", so meine  Antwort, "habe schliesslich gerade einen Auftrag zu erfüllen und sei von  einer gewissen Person auf diesen Stuhl gesetzt worden und wenn jetzt  Ruhe wäre, sie die Komilitonen auch einmal zu Wort kommen liesse, gäbe  es auch eine Visitenkarte mit meiner vollständigen Adresse und auch  sonstigen Kontaktdaten!"

Eine Weile ging es noch zwischen  Wodka- und Maffiavorurteilen der Deutschen sowie Beamtentum und  Mülltrennvolkwitzchen der Russen hin und her - die StudentInnen  jedenfalls wurden in ihren Stühlen immer kleiner und kleiner und  blickten verstohlen zwischen uns Beiden hin und her: wie bei einem  Tennisspiel, so gingen die Köpfe...

Sie hatten das Wortgefecht in Deutsch verstanden!

Frau Professor jedenfalls schüttelte mir am Ende der Stunde herzlich die Hand und ich überreichte ihr meine Visitenkarte!       

Bei  trommeldem Dauerregen auf das Dach meiner Behausung und tropischen 30  Grad HeizungsHitze in meinem Zimmer wünsche ich nun allen  daheimgebliebenen gute Träume und: bis morgen.....

Tags: #Russland #Krankenschwester

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Qualifizierungen, Vorträge & Seminare

Demenz erscheint als eine unheimliche Erkrankung: Sowohl der motivierteste Profi als auch jeder Laie steht ihr oft hilflos gegenüber. Darum hat der Mensch mit Demenz und sein Gegenüber oft untereinander zu leiden. Als schulender Experte mache ich in Vorträgen und Seminaren mit den verwirrenden Besonderheiten der Demenz vertraut. Mein Schulungsziel: Den Menschen mit Demenz verstehen, mit ihm kommunizieren und ihn sinnvoll aktivieren. Als berufliche Qualifizierung nach §§ 43b, 45a oder 53c SGB XI (Betreuungskräfte stationär / Alltagsbegleiter ambulant, analog § 8 AnFöVO zugelassenes Qualifizierungskonzept) oder Fortbildung. Das so vermittelte Wissen ist essenziell. Denn nur, wer Demenz wirklich ursächlich begreift und damit das Verhalten der Menschen mit Demenz tatsächlich versteht, entlastet sich selbst und wahrt die Würde aller Beteiligten.

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Alle Vertreter pflegender Berufe als auch Mitarbeitende in Arztpraxis oder Krankenhaus brauchen eine neutrale Anlaufstelle, die einen entlastenden und ideenreichen Austausch unter Kollegen bietet. Dies kann im Rahmen von regelmäßigen Teamsitzungen oder von anlassbezogenen Einzel- und Gruppengesprächen erfolgen. Auch ein berufsbegleitendes Coaching oder die vorgeschriebene Jahres-Pflicht-Fortbildung für professionelle Alltagsbegleiter und Betreuungskräfte nach §§ 43b / 45a (analog § 8 AnFöVO) / 53c SGB XI erhalten die notwendige Berufsfähigkeit. Hier stehe ich als erfahrener, kollegialer Berater und Begleiter zur Verfügung.

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Sie wollen initiativ eine ambulante, teilstationäre oder stationäre Einrichtung für Menschen mit Demenz ins Leben rufen oder modernisieren? Dazu gibt es viele Aspekte (z.B. Architektur, Einrichtung, Infrastruktur, Brandschutzvorschriften, Finanzierungsmöglichkeiten, Personalfragen, Sozialrechtliches) zu beachten sowie eine passende Betreuungsphilosophie zu vertreten. Mit meinen Kenntnissen als Initiator, Kenner und Betreuer diverser Wohnformen kann ich Sie dabei konkret und praxisorientiert unterstützen.

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Egal, ob Sie als Betreiber einer Einrichtung professionellen Informationsbedarf haben, oder als pflegender Angehöriger nach der optimalen Versorgungsmöglichkeit für einen Menschen mit Demenz suchen: Ich bin in allen Belangen rund um das Thema:DEMENZ Ihr kompetenter Ansprechpartner. Mit meinem umfangreichen Netzwerk und meinen zahlreichen Kontakten kann ich Sie bei allen auftretenden Problemen unterstützen. Wo auch immer der Schuh der Demenz Sie drückt: Bitte sprechen Sie mich an.


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