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Erlebnisse einer Dozentin für angehende Betreuungskräfte

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Frau Dr. K. durfte unlängst eine neue Teilnehmerschaft für eine Qualifizierung nach § 43b, 53c SGB XI in den Schulungsräumen begrüßen. Die Truppe war, wie so oft, durch reine Frauenpower im gehobenen Altersdurchschnitt gekennzeichnet. Und auch die Herkunft der Damen entsprach den durch vorherige Erfahrungen gemachten Erwartungen: ein Teil war von der Bundesagentur für Arbeit zur Teilnahme verdonnert worden, der andere Teil hatte sehr private Gründe für die Qualifikation. Private Gründe der Art, dass eigene enge Familienmitglieder, zumeist die Eltern oder die Großeltern, an Demenz erkrankt waren, und bis zum Tod in der Familie gepflegt und betreut wurden. Viele Menschen, die als pflegende Angehörige so eine einschneidende Erfahrung gemacht haben, verspüren später den nachvollziehbaren und ehrenhaften Wunsch, das einstige private Engagement in eine qualifizierte Dienstleistung umzuwandeln. So nun auch einige der Damen im neuen Kurs von Frau Dr. K., die mit dem Thema "Krankheitsbild Demenz" den inhaltlichen Einstieg leistete.

Die Darstellung der Erlebniswelt demenziell veränderter Senioren sowie die Würdigung des Dementen als außerordentlich anspruchsvollem Betreuungskunden fiel während des Unterrichts auf extrem fruchtbaren Boden. Stellenweise konnte man während der Ausführungen die sprichwörtliche Stecknadel zu Boden fallen hören. Plötzlich mischte sich in das Geräusch der fallenden Stecknadel ein leises Schluchzen. Die Augen einer Teilnehmerin hatten sich mit Tränen gefüllt. Mit leiser Stimme berichtete sie von ihrem dementen Vater, den sie bis zu dessen Ableben hingebungsvoll und fürsorglich begleitet hatte. Damals habe sie sich oft gefragt, warum ihr Vater oft so abweisend, so aggressiv und so bockig gewesen sei, während sie sich mit ihm alle nur erdenkliche Mühe gegeben habe. Als sie nun den Worten der Dozentin lauscht, wird ihr klar, wie falsch sie sich damals im besten Glauben verhalten habe. So habe sie beispielsweise oft versucht, den Vater mit Sachlogik und unwiderlegbarer Argumentation zur Vernunft und zur Einsicht zu bringen. Oder strittige Punkte mit ihm zu diskutieren. Oder ihn, völlig am Ende der eigenen Kräfte und in verzweifelter Hilflosigkeit, auch schon mal anzuschreien. Was sie damals alles falsch gemacht habe, sei ihr nun, hier, im Seminarraum, so schonungslos klar geworden, dass sie ihren Tränen freien Lauf lassen musste. Und sie war, das konnte man beobachten, nicht die einzige Anwesende, die jetzt und hier gerade eben ihr eigenes laienhaftes Agieren selbstkritisch auf den Prüfstand stellte.

Nun war ein Damm gebrochen. Die Dozentin wurde mit privaten Erlebnisberichten geradezu bombardiert und nahm dieses starke Engagement gerne zum Anlass, die graue Theorie zur prallen Praxis werden zu lassen. Immer neue Fragen kamen auf den Tisch, immer mehr Erfahrungen und Erlebnisse wurden geteilt und immer mehr persönliche Einsichten wurden auf der Basis behutsam beigemengten Fachwissens gewonnen. Am Ende der ersten Unterrichtseinheiten zum Thema war auf diesem individualisierten Wege schon extrem viel Wissen nachhaltig vermittelt worden. Was emotional davon blieb, waren zum einen Gefühle der Wut ("Warum hat mir das früher nie jemand gesagt? Warum musste ich meinen Vater so quälen, obwohl ich doch nur das Beste für ihn tun wollte?") wie auch Gefühle der Erleichterung ("Endlich habe ich verstanden, warum damals alles so war, wie es war"). Auf jeden Fall darf man hier am Ende der Qualifikation ein gutes Dutzend Damen erwarten, deren Motivation, in der Altenarbeit einen guten Job zu machen, nicht positiv genug eingeschätzt werden kann.


Quellennachweise / Referenzen
Text: N.K.
Bildnachweis:
Nils Stahl



Tags: #Annerkennungs und Förderverordnung #AnFöVO #§8 SGB XI #Betreuungskräfte #zusätzliche BEtreuungskräfte nach § 53c SGB XI #AlltagsbegleiterInnen #§ 43b SGB XI #§ 45a SGB XI #Qualifizierung Demenz

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Demenz erscheint als eine unheimliche Erkrankung: Sowohl der motivierteste Profi als auch jeder Laie steht ihr oft hilflos gegenüber. Darum hat der Mensch mit Demenz und sein Gegenüber oft untereinander zu leiden. Als schulender Experte mache ich in Vorträgen und Seminaren mit den verwirrenden Besonderheiten der Demenz vertraut. Mein Schulungsziel: Den Menschen mit Demenz verstehen, mit ihm kommunizieren und ihn sinnvoll aktivieren. Als berufliche Qualifizierung nach §§ 43b, 45a oder 53c SGB XI (Betreuungskräfte stationär / Alltagsbegleiter ambulant, analog § 8 AnFöVO zugelassenes Qualifizierungskonzept) oder Fortbildung. Das so vermittelte Wissen ist essenziell. Denn nur, wer Demenz wirklich ursächlich begreift und damit das Verhalten der Menschen mit Demenz tatsächlich versteht, entlastet sich selbst und wahrt die Würde aller Beteiligten.

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Alle Vertreter pflegender Berufe als auch Mitarbeitende in Arztpraxis oder Krankenhaus brauchen eine neutrale Anlaufstelle, die einen entlastenden und ideenreichen Austausch unter Kollegen bietet. Dies kann im Rahmen von regelmäßigen Teamsitzungen oder von anlassbezogenen Einzel- und Gruppengesprächen erfolgen. Auch ein berufsbegleitendes Coaching oder die vorgeschriebene Jahres-Pflicht-Fortbildung für professionelle Alltagsbegleiter und Betreuungskräfte nach §§ 43b / 45a (analog § 8 AnFöVO) / 53c SGB XI erhalten die notwendige Berufsfähigkeit. Hier stehe ich als erfahrener, kollegialer Berater und Begleiter zur Verfügung.

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