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Ist Demenz im jüngeren Lebensalter erblich bedingt?

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Obwohl "das eine einzige" Alzheimer-Gen nicht existiert, kann die Forschung doch belegen, dass es für diese Erkrankung eine gewisse genetische Veranlagung gibt. Dieser Beleg beruht auf der statistisch abgesicherten Beobachtung, dass die Kinder von Eltern, die an Alzheimer erkrankt sind, ein deutlich erhöhtes Risiko tragen, selbst einmal Alzheimer zu bekommen. Nun konnte in einer aktuellen wissenschaftlichen Studie in den USA an der Washington University School of Medicine (St. Louis) gezeigt werden, dass, zusätzlich zum grundsätzlich gesteigerten Erkrankungsrisiko, auch die Wahrscheinlichkeit für eine frühere demenzielle Entwicklung signifikant höher ist. Von einer frühen demenziellen Entwicklung spricht man, wenn sich die Erkrankung vor dem 65. Lebensjahr manifestiert.

Dr. Gregory Day, der bei diesem Forschungsprojekt leitende Neurologe, sagt folgendes: Waren die Eltern in einem eindeutig bestimmbaren Lebensalter mit den Symptomen von Alzheimer auffällig, dann würden deren Kinder, sofern sie Alzheimer entwickeln, im Durchschnitt gute sechs Jahre früher in die Demenz eintreten. Falls nicht nur Vater oder Mutter, sondern alle beiden Eltern Alzheimer haben, dann steigert sich der "Erkrankungsvorsprung" betroffener Kinder sogar um 13 Jahre. Anders ausgedrückt: die Wahrscheinlichkeit, eine frühe demenzielle Entwicklung zu erleben, ist mit zwei an Demenz erkrankten Eltern außerordentlich hoch.

Dieser Befund ist so drastisch, dass er dringend nach belastbaren Erklärungen verlangt. Dr. Day vermutet hier aufgrund der Befundlage tatsächlich die Auswirkungen einer genetischen Prädisposition, welche als solche unstrittig ist. Allerdings räumt er auch kritisch ein, dass sich unser laienhafter wie auch fachärztlicher Blick auf die Demenz in den letzten Jahren stark gewandelt hat. Hat man früher einen vergesslichen und zerstreuten Senior lediglich als "tüddelig" abgetan, denkt man heute bei ersten Anzeichen mentaler Minderleistungen im höheren Lebensalter sofort an Demenz. Dieser verbesserten Aufmerksamkeit und Sensibilisierung für das Thema mag es geschuldet sein, dass die Diagnose Alzheimer heute grundsätzlich früher gestellt wird. Überdies sind Menschen, die bei den eigenen Eltern die Auswirkungen von Alzheimer miterlebt haben, mit Sicherheit bei der Beurteilung der eigenen Situation wesentlich kritischer und wachsamer. Das alles könnte sich auch in dieser Studie ergebnisbeeinflussend ausgewirkt haben. Dennoch untermauern die Ergebnisse auch unter Berücksichtigung dieser Störvariablen insgesamt den genetischen Faktor. Denn anders ist es nicht zu erklären, warum zwei erkrankte Eltern die Wahrscheinlichkeit einer eigenen frühen demenziellen Entwicklung gegenüber nur einem erkrankten Elternteil mehr als verdoppeln.

An Alzheimer erkrankte Eltern sind für die eigene neurologische Gesundheit grundsätzlich ein ernstzunehmendes Risiko. Allerdings sollte die Genetik dennoch nicht überbewertet werden. Denn erblich belastete Kinder können trotzdem bis ins eigene hohe Alter geistig topfit bleiben, ohne an Alzheimer zu erkranken. So lange es gelingt, alle anderen (und durchaus zahlreichen) Risikofaktoren für Alzheimer zu kontrollieren oder zu eliminieren, kann das Gehirn am Ende doch noch über die drohende Demenz triumphieren.


Quellennachweise / Referenzen:
Gregory S. Day (und zahlreiche weitere Mitarbeiter): Association of Acquired and Heritable Factors With Intergenerational Differences in Age at Symptomatic Onset of Alzheimer Disease Between Offspring and Parents With Dementia. JAMA Network Open, 2019;2(10):e1913491. doi:10.1001/jamanetworkopen.2019.13491
Link zum Artikel: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2752996
Blogbeitrag verfasst von: N.K.
Beitragsbild / Symbolfoto:
Lindy Baker



Tags: #Alzheimer #Vererbbare Demenz #Alzheimer vererbbar #Morbus Alzheimer

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